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Samstag, 28. September 2019

Offener Brief an den Auslandchef der NZZ


Sehr geehrter Herr Rasonyi

Sie sind der ca. sechzehnte (!) Autor, den die Redaktion der Neuen Zürcher Zeitung bemüht, um gegen Greta Thunberg bzw. die Klimajugend anzuschreiben, diesmal am Tag der Nationalen Klimademonstration,  auf der Frontseite und unter dem Titel: "Klimapolitik mit Greta und Mass", im Internet auch unter "Klimapolitik mit Mass und Verstand".



Soweit Ihre Argumentation faktenbasiert ist, zitieren Sie Projektionen des IPCC, ohne zu erwähnen, dass diese fahrlässig optimistisch sind, weil sie die weiter steigenden Treibhausgase ebensowenig einrechnen, wie die verminderte Strahlungsreflexion der Erde wegen Eisschmelze. Damit wird alles mindestens doppelt so schnell gehen, die Kippmechanismen, die jetzt beginnen (z.B.Methanfreisetzung aus dem Permafrost) noch nicht einmal eingerechnet. Beruhigend verweisen Sie auf die Reduktion der Treibhausgasemission in der EU, ohne zu erwähnen, dass der globale Treibhausgasausstoss weiter steigt, und zwar Jahr für Jahr stärker.

Ich mache Ihnen nicht einmal einen Vorwurf. Denn davon steht in der NZZ nichts. Aber ich mache der NZZ, der Redaktion, dem Verwaltungsrat und der dahinterstehenden FdP den Vorwurf, dass sie das nicht recherchieren und verständlich darstellen lassen. Das ist bewusste Desinformation. 

Wer diese Fakten kennt, kann die verzweifelte Wut von Greta Thunberg nicht anders als  adaequat finden. Es ist die patronisierende Besonnenheit des Establishments, welche wahnhaft ist.

Mit freundlichen Grüssen

Lukas Fierz, Alt Nationalrat.  


1 Kommentar:

  1. .
    https://meedia.de/2019/09/30/lieber-geschichte-schreiben-statt-artikel-wie-leitmedien-von-zeit-bis-fas-sich-am-phaenomen-greta-thunberg-abarbeiten/
    .
    Auch Meedia arbeitet sich ab.
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    Man will es so hindrehen: Greta ist totalitär, eine Gefahr für die Demokratie.
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    Dann im Lauf des langen Artikels solche Argumente:
    .
    1) Greta nennt Koalitionsverhandlungen "Geschacher" -- das ist AfD-Rhetorik, geht gar nicht!
    2) Die AfD hat entdeckt, dass man mit Klima-Leugnung viele Stimmen gewinnen kann. WEHE Ihr wagt es, uns dann auch in die AfD-Ecke zu stecken ...
    .
    Autor: Ehemaliges großes Tier bei DuMont.

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